Chronik über Bau und Organisation des Ferienheims Concordia

Im Jahr 1837 wird die Schulgemeinde Dingetswil gegründet und 1838 das erste Schulhaus in Dingetswil gebaut. Die Primarschulgemeinde Dingetswil, die aus keinem Dorf, dafür aus 17 Höfen und Weilern besteht, kann das höchstgelegene Schulhaus des Thurgaus ihr Eigen nennen.

Quellennachweis : Ein Schulhaus mit Geschichte vom 04.04.2015

August 1838 : Auftragserteilung der Schulvorsteherschaft Dingetswil und der Baukommission zum Bau eines Schulhauses, zweistöckig mit gewölbtem Dachstuhl.

„Das Schulhaus soll auf dem Hanflande des Josef Anton Müller zu stehen kommen. Weil das Schulhaus schief gegen die Strasse hingestellt wird, so sollen 6 Schuh über die gesetzliche Entfernung von der Strasse angestellt werden, sowohl zum Abinden und Aufrichten des Schulhauses als auch für die Fuhrleute einen nötigen Kehrplatz und zwar auf allen künftigen Zeiten“

Frühjahr 1839 : Bezug des neuen Schulhauses.

„Allerdings war namentlich der Innenausbau nicht völlig ausgeführt. Jedenfalls waren fast jedes Jahr Bauarbeiten im Inneren des Hauses auszuführen.“ (Darauf deutet auch die Jahreszahl 1841 am Kachelofen in der kleinen Stube).

November 1871 : Abschluss der Bau- und Umbau-Arbeiten der Schulhauserweiterung.

Gegen Süden wird der Bau bis an die Strassengrenze erweitert. (D.h. der Gebäudeteil mit dem Treppenhaus und den darüber liegenden Räumen wurde an das alte Gebäude angefügt). Gleichzeitig wurde im 1. Stock der „Zilinder-Ofen samt Rohr“ installiert. (Im Januar 2017 wurde dieser Ofen durch einen Gestellofen ersetzt).

Sommer 1897 : Die grosse Kammer im 1. Stock wird unterteilt.

„Die grosse Kammer auf der Südseite ist durch eine Deferwand zu unterschlagen, weil man dadurch zwei verhältnismässige Grosskammern erhalte.“ ( Heute Zimmer 3 und 4).

1907 : Der Regierungsrat ordnet einen Schulhausneubau an.

„Das Schulhaus in Dingetswil entspricht den bescheidensten Anforderungen, welche heutigen Tages an ein Schulhaus gestellt werden müssen, nicht. Die Lehrerwohnung ist aber jedenfalls gegen Hitze und Kälte wenig Schutz bietend.“

1910 : Bezug des Neuen Schulhauses.

Das alte Schulhaus wird von Landwirt Lenzlinger im Zinggen für Fr. 3’600.– erworben.

Quellennachweis : Bis 1910, „Kursiv = Textauszüge von Protokollen der Schulgemeinde“. Übriger Text : Textauszüge von Protokollen der Ferienheim-Kommission und ab 1921 der Genossenschaft Ferienheim Concordia.

Oktober 1911 : Gründung eines Ferienheimfonds und einer Ferienheim-Kommission.

März 1912 : Durch Vermittlung eines befreundeten Pfarrherrn fand die Sektion Philadelphia (Concordianer über 20 Jahre) etwas für unsere Bedürfnisse überaus Günstiges. Wir haben nun Ferienheim und Klublokal unter einem Dach, indem uns gegen einen für uns nicht zu grossen Mietzins das obere Stockwerk des alten Schulhauses in Dingetswil bei Zinggen, Gemeinde Au, enthaltend 5 Zimmer, zu diesem Zwecke überlassen wurde. Dazu steht uns auch eine Küche mit gutem Kochherd und Quellwasser zur Verfügung.

Mai 1912 : Eröffnung des von der Ferienheim-Kommission gemieteten Ferienheims.

Herbst 1916 : Elektrifikation des Ferienheims.

Licht in der Küche, sowie im ersten Stock in der Stube und im Pritschenzimmer. Vorher wurde nur mit Petrollampen beleuchtet.

Winter 1918 : Elektrisches Licht auch in den Schlafzimmern 3, 4 und 5.

25. Juni 1921 : Gründung der Genossenschaft Ferienheim Concordia.

15 Genossenschafter mit 55 Anteilscheinen zum Preis von Fr. 50.– .

21. November 1921 : Übertragung des Eigentums am alten Schulhaus Dingetswil zum Preis von Fr. 7’000.– von W. Lenzlinger auf den Namen der Genossenschaft.

Zusätzliche Übernahme einer Hypothek von Fr. 3’400.– bei der Thurgauischen Kantonalbank. Als Hauswart stellt sich Landwirt und ehemaliger Besitzer, W. Lenzlinger zur Verfügung.

1. Januar 1922 : Das Haus wird von der Genossenschaft an die Concordia Winterthur vermietet.

Jährlicher Mietzins Fr. 500.–. Zuständig für den Betrieb und die Möbilierung ist die Ferienheim-Kommission. Die Mitglieder der Ferienheim-Kommission übernehmen jedes Wochenende abwechslungsweise den Dienst im Ferienheim. Herr Lenzlinger ist während der Woche Hauswart, er wird entsprechend entlöhnt. Der Schlüssel ist bei ihm deponiert und kann gegen Vorweisen des Anmeldung-Ausweises bei ihm bezogen werden.

Frühjar u. Sommer 1922 : Grosse Renovationsarbeiten.

Umdeckung des Daches, neue Verschindelung, Verbesserung der Jauchegrube und der Abortanlage, Ausbessern der Böden, z.T. neuer Verputz der Mauern.

4. Februar 1923 : Reduktion des Stammkapitals um 50%.

Das heisst, der Steuerwert der Anteilscheine zu Fr. 50.– wird in der Rechnung nur noch mit Fr. 25.– eingesetzt.

Sommer 1927 : Einbau der Wandschränke und der Pritschen im Zimmer neben der kleinen Stube und erstellen einer 5 m langen Sickerleitung ab der Jauchegrube.

1930 : Neuer Schindelschirm auf der Küchenseite und Abbruch und Neuaufbau des Kachelofens in der kleinen Stube. Der Ofen wird um eine Kachel in der Höhe gekürzt, zudem ist der „Chouscht“ nicht mehr beheizbar.

1.Juli 1931 : Erhöhung der Hypothek auf Fr. 4’000.– .

28. Juni 1932 : Grosses Unwetter.

Grosse Schäden im Steinenbachtal. Die Concordia hilf beim Aufräumen und bei den neuen Verbauungen. Die Concordia-Arbeiter übernachten jeweils im Ferienheim.

1932 : Neuer Schindelschirm auf der Nord/Westwand bis zum Abortvorbau.

26. September 1939 : Nach der Mobilmachung wird das Ferienheim für ca. 1 Monat vom Militär belegt. Die grosse Stube dient als Soldatenstube und der Keller wird als Arrestlokal eingerichtet.

1940 : Einquartierung von internierten Franzosen während einem Monat.

Februar 1941 : Neue Wasserversorgung mit eigenem Reservoir zusammen mit dem Besitzer des Bauernhofes oberhalb des Ferienheims und der Schulgemeinde Dingetswil. Vorerst aber nur mit einem Wasserhahn im Haus.

Sommer 1941 : Einbau der Wascheinrichtung im 1. Stock.

Herbst 1942 : Grosse Kaminreparatur. D.h. der alte Kamin neu aufbauen.

4. Okt.1942 bis ende März 1943 : Belegung des Ferienheims durch den Thurg. Arbeitsdienst für Teilnehmer an den Meliorationsarbeiten in der Gegend Au. Dazu wurden jüdische Flüchtlinge eingesetzt.

1943 : Auflösung der Ferienheim-Kommission.

Gründung der Gruppe „Pro Dingetswil“, die den Dienst im Ferienheim und die interne Verwaltung zu übernehmen hat. Herr Lenzliner hat weiterhin den Schlüssel und stellt diesen den Handwerkern usw. unter der Woche zur Verfügung.

Winter 1945/46 : Das Ferienheim wird arbeitslosen Lagerleitern vermietet.

Diese hatten es vorgezogen – bis zur Wiedereinschaltung in den Arbeitsprozess Weg- und Holzarbeiten in der Umgebung auszuführen.

1946 : Anschaffung von 15 zusammenklappbaren Feldbetten aus der Liquiditaton von Luftschutzbeständen.

GV 1947 : Die Versammlung beschliesst in Zukunft keine Pfadfindergruppen mehr zuzulassen.

1948 : Neuinstallation der elektrischen Anlagen. Einphasig, 6 Ampère.

18. Juni 1947 : Die Statuten müssen dem neuen Obligationenrecht angepasst werden, ansonsten die Genossenschaft vom Handelsregisteramt aufgelöst wird. Androhung eines Konkurses.

GV 1949 : Die neuen Statuten treten in Kraft.

1950 : Die Gruppe „Pro Dingetswil“ hat sich aufgelöst.

Damit der Betrieb aber weitergeführt werden kann bis die neue Struktur steht, stellt sich der Betriebskassier weiterhin zur Verfügung. Er ist zuständig für die Vergebung des Ferienheims, für das Kassieren der Hüttentaxen sowie für den Betriebsunterhalt.

1951 : Der Mietvertrag zwischen der Ferienheim-Genossenschaft und dem Hauptverein besteht nicht mehr.

Die Verwaltung und die Führung des Betriebs im Ferienheim übernimmt der Genossenschaftsvorstand mit folgenden Funktionen: Präsident, Aktuar, Kassier, Verwalter (zuständig für den Unterhalt des Hauses und für die Ordnung im Ferienheim) und Betriebskassier (Vergabe der Benützung des Ferienheims, Betriebsunterhalt, Einkassieren der Hüttentaxen, Betriebsausgaben und Besucherfrequenz-Statistik). Der Dienst an den Wochenenden wird zeitweise von freiwilligen Helfern übernommen.

September 1953 : Neuer Schindelschirm am Abortanbau und an der anschliessenden Fassade und Revision des Daches auf dem Südflügel.

GV 1962 : Rücktritt des gesamten Vorstandes und Antrag zur Liquidation der Genossenschaft Ferienheim Concordia.

Gründe : Vorgerücktes Alter der Genossenschafter. Der Verwalter bemängelt mangelnde Reinlichkeit, mangelnder Ordnungssinn sowie andere unliebsame Vorkommnisse. Ungenügender Besuch, was zu einem jährlichen Defizit von ca. Fr. 500.– zur Folge hat. Dem Verwalter wird Eigenmächtigkeit, Kleinlichkeit punkto Ordnung und Nichtduldung von fremden Gästen vorgeworfen, weshalb das Ferienheim von einigen Mitgliedern nicht mehr besucht werde. Grosse Umtriebe und Schwierigkeiten mit der Reinigung der Wäsche.

Von Seiten der Turnsektion wird die Initiative ergriffen, um das Ferienheim weiterzuführen. Es wird ein neuer Vorstand gewählt und gleichzeitig eine neue Organisation eingeführt, eine Wegleitung für die Besucher erstellt und keine Diensthabende mehr an Wochenenden.

1965 : Ein transportabler Gasherd wird aufgestellt.

November 1967 :Erneuerung der Süd-Westfassade (Strassenseite) durch eine Eternitverschalung, da eine Neu-Beschindelung viel zu teuer käme.

1972 : Erstellung der Mosaikböden in den beiden Küchen und im unteren Gang.

1975 : Bereinigung der Mitgliederliste gemäss OR.

Von den bisher 104 Anteilscheinen sind nur noch 55 Auffindbar. Es verbleiben noch 29 Mitglieder (bisher 44).

GV 1980 : Das Amt des Betriebskassiers ist noch ein Überbleibsel der „Pro Dingetswil“-Organisation und wird neu mit dem Amt des Verwalters zusammengeführt. Dessen Aufgabe ist die Zuständigkeit für die Ordnung und den Betrieb im Ferienheim sowie die Vergabe des Ferienheims. Alle Geldgeschäfte aber übernimmt der Kassier.

1980 : Neue Wasserversorgung und neuer Elektro-Anschluss.

Anschluss an das neue örtliche Verteilernetz. Unterirdischer Elektro-Anschluss mit entsprechender Installation im Haus bis zum Sicherungskasten im 1. Stock.

1982 : Vermietung der grossen Stube an die Schulgemeinde Dingetswil während der Renovation des Schulhauses. Die grosse Stube dient wieder als Schulzimmer wie vor alter Zeit.

GV 1983 :Beschluss : Aufgrund schlechter Erfahrungen wird das Ferienheim nicht mehr Jugendgruppen und Schulklassen zur Verfügung gestellt.

1986 : Installation eines Warmwasseraufbereitungsgerätes im oberen Stock.

1987 : Das alte Wasserbezugsrecht wird im Grundbuch gelöscht.

1988 : Neuer Gasherd, da der alte schon längere Zeit nicht mehr funktionstüchtig war.

1989 : Fassadenrenovation auf der gesamten Nord- und Westseite durch eine Eternitschiefer-Verschalung. Sanierung der beiden Aborte. Die Plumpsklosett- und die Pissoir-Schüsseln werden abgebrochen und durch Klosettschüsseln mit Wasserspülung ersetzt. Einbau von kleinen Heizkörpern in den WC’s, was einen 10 Ampère-Anschluss erfordert.

1990 : Einbau einer Chromstahl-Küchen-Kombination in der hinteren Küche. Aufbau eines Gartencheminées. „Tag der offenen Tür“ als Einweihungsfest der neuen Fassade, der neuen WC’s und der neuen Kücheneinrichtung.

1991 : Schimmelpilz im Keller. Hervorgerufen durch die Einlagerung von nassem Brennholz und mangelnder Belüftung. Einbau eines Holzrostes.

1993 : Sanierung der Mauer vor dem Haus. Die Mauer wird abgebrochen und durch Böschungssteine ersetzt. Einbau einer Abschlusstüre zur Winde. Dadurch wird Zugluft im Treppenhaus vermieden und die Kälte vom Dach her abgedichtet.

1996 : Jubiläum 75 Jahre Ferienheim und 100 Jahre Concordia.

1997 : Umdeckung des gesamten Daches und Sanierung des Kamins. Prüfung der elektrischen Hausinstallation durch einen Inspektor. Der Sicherungskasten im Keller muss durch die Elektra Dingetswil repariert werden.

Weitere Infos siehe unter „Beiträge